Großer Sport lebt von kleinen Gesten ...

... und manchmal von lebensrettendem Mut.

 

Was sich am 12. September 2025 im Ü50-Spiel zwischen dem Heidmühler FC und dem ESV Wilhelmshaven ereignete, war weit mehr als ein gewöhnliches Fußballspiel. In der 38. Minute erlitt Spieler Sven Schönfeld einen Herzstillstand – ein Moment, der das Spiel, aber vor allem das Leben aller Beteiligten veränderte.

Ohne zu zögern, handelten Jan Tammen und Falko Thomas (beide Heidmühler FC) sowie Frau Dr. Eva Maria Haarmann (ESV Wilhelmshaven). Gemeinsam übernahmen sie sofort Verantwortung und leiteten lebensrettende Maßnahmen ein. Dabei wechselten sie sich fortlaufend ab, um die Herzdruckmassage konstant und mit voller Kraft aufrechterhalten zu können bis schließlich der Rettungsdienst eintraf und die weitere Versorgung übernahm.

Andreas Schumacher (stellvertretender Kreisvorsitzender Jade-Weser-Hunte) und Falko Thomas (Heidmühler FC)
Andreas Schumacher und Dr. Eva Maria Haarmann
Jan Tammen (Dritter von links)

 Dieses koordinierte und entschlossene Handeln war entscheidend und rettete Sven Schönfeld das Leben.

 Für dieses außergewöhnliche und zutiefst menschliche Engagement wurden die drei nun im würdigen Rahmen geehrt. Die Auszeichnung erfolgte durch Andreas Schumacher, stellvertretender Vorsitzender des NFV-Kreises Jade-Weser-Hunte, der dabei auch in Vertretung des Deutschen Fußball-Bundes und seines Präsidenten Bernd Neuendorf sprach.

 In seiner kurzen Ansprache machte er deutlich: „Das, was hier geschehen ist, steht für die Werte, die der Fußball vermitteln soll. Verantwortung, Zusammenhalt und Menschlichkeit. Diese drei Menschen haben nicht gezögert, sondern gehandelt. Sie haben damit nicht nur Fair Play gezeigt, sondern ein Leben gerettet. Dafür gebührt ihnen unser tiefster Respekt – auch im Namen des DFB.“

 Ein besonders bewegender Moment der Ehrung war der Beitrag von Sven Schönfeld selbst, der gemeinsam mit seiner Frau das Wort ergriff. Sichtlich gezeichnet, aber voller Dankbarkeit sagte er: „Ich habe mein Leben diesen Menschen zu verdanken. Es gibt keine Worte, die beschreiben können, was das für mich bedeutet. Ich bin einfach nur dankbar, dass ich heute hier stehen darf.“

 Auch seine Frau fand emotionale Worte: „Für uns als Familie ist das ein Geschenk, das man nicht in Worte fassen kann. Wir haben unseren Mann und Vater behalten dürfen. Dieses Bild heute – gemeinsam hier zu stehen – bedeutet uns alles. Danke für das, was ihr getan habt.“

 Die Ehrung, die über den Fußball hinausgeht, zeigt eindrucksvoll, was Sport wirklich ausmacht. Es sind nicht Tore oder Ergebnisse, die in Erinnerung bleiben – sondern Menschlichkeit, Mut und das füreinander Einstehen.

 Diese Geschichte ist ein starkes Zeichen dafür, dass Fair Play weit über den Platz hinausgeht.

 Danke an alle Beteiligten – ihr habt Leben gerettet.

Text und Fotos: Rolf Oppenländer