17.11.2020

DOCH KEINE AUF- UND ABSTIEGSRUNDE?

Autor / Quelle: Emslandsport/FFor

Diesen Plan verfolgt der Fußballbezirk im Lockdown light

 

Von Dieter Kremer/Emslandsport

 

Meppen. Im Fußball wird es keine weitere Saison ohne Absteiger geben – zumindest auf Bezirksebene. Das bestätigt der aus dem Emsland kommende Bezirksspielausschussvorsitzende.

 

So lief bislang die Saison: Durch die Corona-Krise ist die aktuelle Fußballsaison später gestartet als sonst, nämlich am ersten September-Wochenende. Eigentlich sollte es erst am letzten November-Wochenende in die Winterpause gehen. Aber am 25. Oktober fanden die letzten Partien in der Landesliga und Bezirksliga III statt. Allerdings schon kein kompletter Spieltag mehr, weil in der Grafschaft Bentheim bereits die Plätze gesperrt waren. Wenige Tage später folgte die Entscheidung, mit sofortiger Wirkung die Winterpause einzuläuten. Fünf Spieltage, die noch vor Weihnachten angesetzt waren, wurden wegen steigender Infektionszahlen abgesetzt.

So ist der aktuelle Stand: Der Plan sieht vor, die Saison am 7. März 2021 fortzusetzen. Bis zum 28. März sollte der erste Teil der Saison über die Bühne gehen. Danach sind in der Landesliga und Bezirksliga III Auf- und Abstiegsrunden geplant. Doch aktuell sieht nicht gut aus. Die momentane Situation bereitet Stefan Brinker, Vorsitzender des Bezirksspielausschusses, Staffelleiter der Landesliga und Bezirksliga III sowie Pokalspielleiter, Sorgen: „Ich sehe im Moment relativ wenig Licht am Ende des Tunnels.“ Wenn man die Corona-Zahlen anschaue, werde einem angst und bange, sagt er. 

Wie bezieht der Fußball-Bezirk die Vereine ein? Brinker will die Clubs im kommenden Monat zu einer virtuellen Sitzung einladen. „Um den Status quo zu besprechen“, wie er sagt. Alle Staffelleiter sollen sich mit ihren Vereinen austauschen. Dabei soll die Lage besprochen werden. Eventuell gebe es noch Gedankengänge, die man mit einfließen lassen könne. In dieser Woche sollen die Vereine informiert und angeschrieben werden. „Vielleicht können wir hier und da einige Fragen lösen“, hofft Brinker, Antworten geben zu können.

Wie sieht der derzeitige Zeitplan aus? Wann wieder gespielt werden kann, sei Glaskugelleserei, sagt Brinker. Der ursprüngliche Plan war, Anfang Juni die Saison zu beenden, um Ende Juli mit der neuen Spielzeit starten zu können. Doch es gibt noch Spielraum. „Wir haben die Möglichkeit, die Saison bis zum 30.6. zu beenden. Die Frage ist, wann wir generell wieder mit dem Fußballspielen loslegen können.“ Man habe sich auch nicht gewünscht, so früh wieder aufhören zu müssen. Dadurch habe er sechs Spieltage im November verloren.

Wird der ursprüngliche Plan geändert? Gut möglich. Einige Vereine hätten sich bei ihm gemeldet und vorgeschlagen, auf die Auf- und Abstiegsrunde zu verzichten, berichtet Brinker. „Da ist der Gedankengang, den wir vom Spielausschuss am Angang hatte, wirklich nur Hin- und Rückrunde zu spielen und dann Aufstiegsspiele, schon fast der richtige gewesen.“ Sollte man sie weglassen, würde man die Saison von hinten runterspielen. Heißt: Der letzte Spieltag wäre beispielsweise am ersten Juni-Wochenende. Die noch verbleibenden Partien würden in den Wochen davor angesetzt. „Dann brauchen die Vereine nicht auf Biegen und Brechen im Januar, wenn es noch schneit, zu trainieren.“

Wird die Saison gewertet? Ja, sagt Brinker. „Es wird Auf- und Absteiger geben. Das ist ganz klar.“ Auf dem Verbandstag sei verabschiedet worden, dass die spielleitenden Stellen die Möglichkeiten haben, die Saison in irgendeiner Form zu werten. „Wir haben die Möglichkeiten, die Spielgestaltung noch einmal zu verändern. Heißt, zum Beispiel könnte es bei den Auf- und Abstiegsrunden Veränderungen. Auch eine Quotientenregelung ist möglich.

SO PLANTEN DIE LANDESLIGA UND BEZIRKSLIGA DIE SAISON

Die Landesliga umfasst in dieser Saison 21 Teams. Da eine Serie mit 42 Spieltagen zeitlich kaum zu stemmen gewesen wäre, wurde die Spielklasse im Sommer in zwei Staffeln aufgeteilt. Eine mit elf, die andere mit zehn Teams. Aus der Elferstaffel ist mittlerweile eine mit neun Mannschaften geworden, weil der BV Cloppenburg und der BV Essen aus finanziellen Gründen nicht mehr dabei sind.

Beide Staffeln sollen eine Hin- und Rückrunde spielen. Die besten vier Teams jeder Staffel spielen danach die Meisterschaftsrunde. Die während der Saison gesammelten Punkte werden behalten. Der Sieger der Meisterschaftsrunde steigt in die Oberliga auf.

Die Teams ab Tabellenplatz fünf abwärts nehmen nach der regulären Saison an der Abstiegsrunde teil. Sieben Teams müssen runter. Die letzten drei Mannschaften ihrer Staffel steigen direkt in die jeweiligen Bezirksligen ab. Der siebte Absteiger wird durch ein Abstiegsspiel ermittelt. Dabei treten die beiden viertletzten Mannschaften der jeweiligen Staffeln gegeneinander an. Geplant ist auch hier ein Hin- und Rückspiel.

In der Bezirksliga III, zu der Teams aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim gehören, wird eine normale Hinrunde gespielt, in der jede Mannschaft einmal auf alle anderen Teams trifft. Nach den 17 Begegnungen startet ab Ostern 2021 eine Auf- und Abstiegsrunde. Um den einzigen Aufstiegsplatz in die Landesliga spielen acht Teams, und um den Klassenerhalt kämpfen die übrigen zehn Mannschaften. Wichtig: Die Punkte aus der Hinrunde werden mit in die jeweilige Endrunde genommen.

Wird es in der Landesliga nach dem Rückzug von Cloppenburg und Essen einen neuen Spielplan geben? Nein. Da man den Spielplan so begonnen habe, sei es nicht möglich, einen neuen zu erstellen, erklärt Brinker. „Damit ist er rechtsgültig.“ Natürlich sei es ärgerlich, wenn drei Mannschaften spielfrei seien. Einzige Möglichkeit sei, es manuell zu steuern. „Das man da noch Spiele reinsetzt, wo noch spielfreie Tage sind.“

Müssen weiterhin sieben Teams aus der Landesliga absteigen? Ja. Cloppenburg und Essen stehen durch ihre Rückzüge bereits als Absteiger fest. Es müssen also noch fünf Mannschaften folgen. Ob es bei der geplanten Regelung bleibt, ist noch nicht ganz klar. „Da haben wir noch nicht final entschieden, wie wir damit umgehen.“ Man müsse ausarbeiten bzw. sich mit der Rechtsabteilung in Barsinghausen abstimmen, ob es bei der ungeraden Zahl noch ein Abstiegsspiel geben werde. „Und auch mit den Vereinen noch mal sprechen. Aber das ist auch noch nicht final entschieden.“ Brinker geht davon aus, dass in der nächsten Saison 19 Vereine in der Landesliga spielen werden. „Es sei denn, es gibt einige, die von vornherein sagen, dass sie nicht wollen.“ Eventuell muss die Landesliga auch noch einen Oberliga-Absteiger aufnehmen.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 25.11.2020

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