25.06.2017

Dieter Ohls bleibt Bezirksvorsitzender

Autor / Quelle: AH

Der vollbesetze Saal im "Haaster Krug"

Landrat Harings fand kritische Worte

Der stellv. Bürgermeister Hartmut Giese

Dieter Ohls bleibt Vorsitzender des NFV-Bezirks Weser-Ems. Die 95 Delegierten bestätigten den 62-jährigen beim 15. ordentlichen Bezirkstag im Saal des „Haaster Krug“ in Großenkneten (Kreis Oldenburg) einstimmig in seinem Amt. Einen Wechsel gibt es im Amt des Schatzmeisters (Jürgen Siegert für Ingo Herlitzius) und beim Vorsitzenden des Frauen- und Mädchenausschusses (Thomas Eilers für Sabine Lischewski). Herlitzius und Lischewski gehören künftig auf einstimmigen Beschluss der Versammlung dem NFV-Bezirk Weser-Ems als Ehrenmitglieder an. Die goldene Ehrennadel für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit erhielten Gundolf Kreiling, Karl-Heinz Moß und Kurt Rietenbach. DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg überreichte dem Vorsitzenden des Bezirksschiedsrichterausschusses, Georg Winter, die DFB-Verdienstnadel.

Grußworte, Ehrungen, Rechenschaftsberichte: Rund 100 Minuten informierte der Bezirksvorstand die Delegierten und Ehrengäste des 15. ordentlichen Bezirkstages über die Arbeit in den vergangenen drei Jahren. Offenbar überzeugend: Im Eiltempo wurden danach sowohl der bisherige Bezirksvorsitzende Dieter Ohls, der vor drei Jahren Ferdinand Dunker abgelöst hatte, wie anschließend auch der gesamte Vorstand einstimmig für eine weitere Amtsperiode gewählt. Auch auf dem weiteren Personaltableau in den einzelnen Ausschüssen finden sich nur wenige Änderungen, so dass der NFV-Bezirk Weser-Ems zu einem großen Teil mit unverändertem Personal in die kommenden drei Jahre geht.

Ohls hatte zuvor in seinem Bericht auf die leicht rückläufigen Mannschaftszahlen hingewiesen. Ein Versuch, hier entgegenzuwirken, sei die bessere Qualifizierung der Trainer im Juniorenbereich. Speziell wies der Bezirksvorsitzende hier auf die Junior-Coach-Ausbildung (Infos unter www.junior-coach.de) hin. Zudem freute sich Ohls über die zahlreichen sportlichen Erfolge von Mannschaften aus dem Bezirk Weser-Ems (SSV Jeddeloh Aufstieg in Regionalliga, Atlas Delmenhorst Aufstieg in Oberliga, Jahn Delmenhorst Frauen Aufstieg in die 2. Liga). Ein besonders erfolgreiches Jahr habe der SV Meppen hingelegt (Aufstieg in 3. Liga, 2. Frauen Aufstieg in Regionalliga, weibl. B-Junioren Halbfinale Deutsche Meisterschaft, männl. C-Junioren Aufstieg in Regionalliga Nord). Der Osnabrücker Unparteiische Frank Willenborg ist zur Saison 2016/17 in die erste Bundesliga aufgestiegen und führt die Reihe der zahlreichen Spitzenschiedsrichter aus dem Bezirk Weser-Ems an.

Kritische Worte fand Landrat Carsten Harings (Kreis Oldenburg) in seinem Grußwort. „Die finanziellen Entwicklungen im Spitzenfußball machen bisweilen sprachlos. Wo soll das noch hinführen? Wie lange akzeptieren die Leute das?“, fragte Harings. Eine weitere Entfernung von der Basis sei, dass die Champions-League ab 2018 nur noch im Bezahlfernsehen zu sehen sei. „Jede Spirale verliert irgendwann ihre Fassung“, warnte der Landrat. „Hier vor Ort muss der Fußball gepflegt und gelebt werden. Die Grundlage dafür sind Sie“, wandte sich Harings direkt an die Delegierten. Fußball sei mehr als die 90 Minuten auf dem Platz. Vieles spiele sich daneben ab. „Bleiben Sie mit Spaß und Freude dabei“, forderte der Landrat.

Karl Rothmund, der im Herbst auf dem Verbandstag aus Altersgründen nicht erneut als NFV-Präsident kandidieren wird, betonte, der Markt gebe die Beträge im Spitzenfußball her. „Ohne den bezahlten Fußball würde es aber den Amateursport nicht geben“, verdeutlichte Rothmund. Gleichwohl müsse die Kommunikation mit den Vereinen verbessert werden, räumte der NFV-Präsident ein. „Wir müssen die Glaubwürdigkeit der Gesamtfinanzierung darstellen“, sagte Rothmund. Dafür werde auf NFV-Ebene eine Finanzkommission eingerichtet, welche die Akzeptanz für die Finanzierung herstellen solle.

DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg pflichtete ihm bei: „Der DFB weiß, wo die Basis des Fußballs ist.“ Gehlenborg mahnte in der Diskussion um bezahlte Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen nicht zu vergessen, dass der Fußball in jedem Jahr mit rund einer Milliarde Euro am Steueraufkommen beitragen würde. Außerdem sei sich der Fußball als „Volkssport Nr. 1“ seiner Rolle bewusst. „Wir müssen dafür sorgen, dass auch alle anderen neben uns leben können. Unsere Kinder und Enkelkinder müssen auch weiterhin vor Ort andere Sportarten in der Breite bestreiten können“, sagte Gehlenborg.

Ein großes Lob sprach Rothmund für die kürzliche Fusion der Kreise Wittmund, Aurich, Emden und Leer zum neuen NFV-Kreis Ostfriesland aus. „Alle personellen und sachlichen Entscheidungen wurden einstimmig getroffen, weil man von Anfang an alle Vereine mitgenommen hat“, sagte der NFV-Präsident.

Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, Hartmut Giese, freute sich, dass der Bezirkstag in „seiner“ Gemeinde durchgeführt wurde. „Auch hier ist der Fußball die mit Abstand beliebteste Sportart“, betonte Giese, nicht jedoch ohne darauf hinzuweisen, dass der größte Ortsteil der Gemeinde Großenkneten, Ahlhorn, eine Faustball-Hochburg sei. Das Vereinsleben sei gerade in ländlicher Umgebung von enorm wichtiger Bedeutung. „Der Sport verbindet und steht für Gemeinschaft und sozialen Einsatz“, sagte Giese.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 17.08.2017

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